Warum 3-fach verglaste Fenster auch im ungedämmten Altbau fast immer die beste Lösung sind
Im Internet liest man immer wieder – befeuert von selbst ernannten „Experten“ in Foren und auf Altbau-Blogs – die pauschale Behauptung:
„3-fach verglaste Fenster im Altbau führen zwangsläufig zu Schimmel.“
Diese Aussage wird leider oft von Menschen getroffen, die weder Bauphysik noch den Zusammenhang von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Taupunkt wirklich verstanden haben.
Die Realität ist genau andersherum: In den allermeisten Fällen sind 3-fach verglaste Fenster sogar die beste Lösung, auch im ungedämmten Altbau.
In diesem Artikel erkläre ich verständlich, warum das so ist.
Der Kern des Vorwurfs: „Der kälteste Punkt wandert an die Wand“
Die Kritik lautet meist so:
- Früher war das alte Fenster der kälteste Punkt im Raum.
- Nach dem Einbau von 3-fach verglasten Fenstern ist das Fenster deutlich wärmer.
- Der kälteste Punkt verlagert sich dann z. B. in eine Ecke oder an eine ungedämmte Außenwand.
- Und genau dort soll es dann angeblich automatisch schimmeln.
Der erste Teil stimmt sogar:
Ja, durch moderne Fenster wird die Scheibe deutlich wärmer, und der kälteste Punkt im Raum liegt dann meistens nicht mehr am Fenster.
Aber: Allein dadurch entsteht noch kein Schimmel.
Damit Schimmel oder Kondenswasser an der Wand entsteht, muss eine ganz bestimmte Bedingung erfüllt sein – und diese wird oft komplett ignoriert: Die Luftfeuchtigkeit muss an der Wand kondensieren, erst dann kann Schimmel entstehen.